Musik war immer schon im Leben von Martin Göckeritz. Sein Vater ist Dirigent, seine Mutter Pianistin, er selbst spielte Violine und sang im Chor. Als er als Elfjähriger, eher zufällig, mit der HipHop-Kultur in Kontakt kam, hatte das dennoch eine andere Qualität. Er war fasziniert von den Beats, der Wucht eines Soundsystems, der Magie der Nacht. Also machte er sich auf die Suche nach Gleichgesinnten, und weil Rostock nun mal nicht New York ist, traf er auch auf Marten Laciny. Aus Marten wurde Marteria. Und aus Martin wurde Dead Rabbit, einer der einflussreichsten Produzenten Deutschlands. Im Sommer 2006 veröffentlichten die beiden das erste Marsimoto-Album “Halloziehnation”. Plötzlich war alles wieder drin: Rave im Rap und Rap im Radio. Marsi und Deady kamen aus dem tiefsten Underground – und veränderten Pop in diesem Land für immer.In den Folgejahren arbeitete er an allen Marteria‐ und Marsimoto‐Projekten mit, vor allem an dem Durchbruchsalbum „Zum Glück in die Zukunft“ (Four Music, 2010), das mittlerweile Goldstatus erlangt hat. Anfang 2013 erhielt er eine Platin‐Auszeichnung für seinen Remix der Hitsingle „Lila Wolken“ (Marteria, Yasha & Miss Platnum).

Um 2015 herum reifte in ihm die Idee, ein eigenes Album aufzunehmen. Es wurden zwei – die eigener kaum sein könnten. Auf den insgesamt 24 Songs von “Dark Shades / Bright Lights” finden sich kleine Hymnen und große Basslines, Retro-Dancehall und Future-Pop, leise Momente und Futter für die Heute-kann-ich-kann-die-Weltzerreißen-Playlist. Zusammengehalten wird all das von Dead Rabbits tatsächlich einzigartigem Produktionsstil. In seinen Beats mischt sich das Rohe, Kaputte der DIY-Kulturen Rap und Dancehall mit einem untrüglichen Gespür für Harmonien, Arrangements und Kontraste, und vor allem einer unterschwellige Melancholie und unaufdringliche Tiefe, die selbst die augenscheinlichen Turnup-Momente durchweht.

Formell ist “Dark Shades / Bright Lights” getrennt in ein deutschsprachiges und ein internationales Album. Zu hören sind alte Helden wie Samy Deluxe oder Bay-C von der legendären Dancehall-Kombo T.O.K. Langjährige Freunde wie Marteria und dessen dauerdruffes Alter Ego Marsimoto. Neue Stars der Streaming-Ära wie Agent Sasco (der bereits Hits mit Kanye West und Kendrick Lamar aufgenommen hat) Kelvyn Colt, BRKN oder Bausa. Zu hören sind aber auch echte Neuentdeckungen.

In der Musik von Dead Rabbit stehen sie gleichberechtigt nebeneinander, so wie das Dunkle neben dem Licht steht, Schönheit neben Schmerz. Das ist die subtile Botschaft von “Dark Shades / Bright Lights”: Es ist nicht alles Gold, auch wenn das auf der goldenen Schallplatte im Regal steht. Aber du kannst auch in der größten Finsternis noch Schönheit finden, wenn du nur lange genug suchst. Dark Lights? Bright Shades? In echtem Leben steckt ohnehin immer beides. Und in echter Musik wie der von Dead Rabbit sowieso.

Seine DJ‐Sets beinhalten, neben Green Berlin Klassikern und weiteren Eigenproduktionen, alles was persönlich gefällt und ausreichend Bass hat: Rap, Trap, Grime, Dancehall, Dubstep und Artverwandtes!

RECENT BLOG POSTS

SOUNDCLOUD

FACEBOOK

BOOKING: Daniel Krause