Zehn Schritte näher an sich selbst. Lina Maly veröffentlicht mit „Könnten Augen alles sehen“ (02.08.2019 über Dolce Rita/ Warner music) nicht einfach nur ein zweites Album. Sie etabliert sich auch weiter als starke, eigenständige Künstlerin, als Streiterin für die Schönheit des Unperfekten und als Instanz der Aufrichtigkeit in der deutschen Popmusik.
Lina Malys zweites Album fühlt sich für die Künstlerin selbst nach eigener Aussage „eigentlich mehr wie ein Debüt an“. Das hat viele, sehr nachvollziehbare und spannende Gründe. Aus anderen aber, klingt „Könnten Augen alles sehen“ weniger wie ein Erstling, als wie das mutige Werk einer gestandenen Künstlerin. Die Wahrheit wiederum liegt, natürlich, genau dazwischen.
Denn nachdem Lina für ihr erstes Album noch mit einer Vielzahl namhafter Songwriter und Produzenten zusammenarbeitete, ist die Mannschaft heute deutlich kleiner. Für die Produktion waren dieses Mal Sven Ludwig (Ok Kid) und Jochen Naaf (Maxim, Bosse) gemeinsam zuständig, Musik und Text stammen nun beinahe ausschließlich aus Linas eigener Feder. Das Arbeiten in größeren Teams ist in der Popmusik schon lange und gerade bei jüngeren Künstlern gängige Praxis, doch Lina Maly wollte für ihr zweites Album mehr. Beziehungsweise weniger. Weniger Meinungen von außen, mehr zeigen von sich selbst. Um so der eigenen Wahrheit, dem eigenen Wesen immer näher zu kommen: „Ich habe mir gesagt: Wenn ich das jetzt mache, wenn ich jetzt diesen Weg gehe, dann so richtig.“ Ein Album machen also, dass noch viel mehr Lina Maly ist, noch näher dran ist, noch tiefer blicken lässt. Das auch mal weh tut. Vor allem auch ihr selbst.

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